Das einzig Wahre
Dingelskirchen liegt zwischen Hurzelfeld und Schalusenbach. Es heißt wirklich so und Dingelskirchen und nicht Dingenskirchen – jenen Ort gibt es nicht. Auch wenn mancher das gerne so hätte – ich meine dich, Jochen!
Dingels
So heißt einer. Aber wer genau? Bürgermeisterin Jule Dingels, natürlich. Ach ja, und Jochen mittlerweile auch. Jedenfalls sind die Leute hier manchmal sehr vergesslich, allen voran Bürgermeisterin Jule Dingels. Und Jochen sowieso. Deswegen wird oft das Wort Dingels verwendet, wenn man etwas nicht weiß.
Das Wort Dingens benutzen hier im Ort übrigens nur Spalter. Nicht wahr, Jochen?
Kirchen
Es gibt in Dingelskirchen zwei Kirchen. Diese gehören zur Religionsgemeinschaft der … Dingels? Und die andere halt. Keine davon hat was mit dem Namen von Dingelskirchen zu tun.Geschichte
Als Karl Auer im Jahr 1900 durch das damalige Königreich Potopia reiste, um für sein Buch "Gebrauchsanweisung für Potopia" zu recherchieren, machten er und seine Frau Mary-Joana zwischenzeitlich auch Urlaub in Schalusenbach. Bei einem Tagesausflug etwas weiter nördlich von Schalusenbach bat Karl den Kutscher darum, kurz Rast zu machen, um sich in einem der dortigen Wacholderbeeren-Büsche zu erleichtern.
Dabei traf auf den Gin-Brauer namens Ginsbert Tonič, der gerade das Gleiche im Sinne hatte. Karl fragte ihn, wie denn diese Gegend mit den ganzen Büschen wohl heißen mag. Ginsbert hatte die Frage nur schlecht verstanden, da Karl sie in seinen langen Bart nuschelte. Er wollte sich aber nicht die Blöße geben und ging davon aus, dass Karl nach der Frucht in den Büschen fragte. Eigentlich sollte seine Antwort "Du meinst diese Kirschen-Dinger hier?" lauten. Jedoch hatte Ginsbert kurz zuvor etwas zu viel von seinem eigenen Wacholder-Destillat verkostet und war nicht mehr ganz nüchtern, was eine unsaubere Aussprache zur Folge hatte. Daher sagte er nur "Dingels-Kirchen".
Karl vermerkte den Namen "Dingelskirchen" in seinen Notizen und ging davon aus, dass es wohl eine Ortsbezeichnung sein muss und schrieb dies auch genauso in die erste Ausgabe von "Gebrauchsanweisung für Potopia". Seitdem weiß in Pottyland jedes Kind, wie der Name "Dingelskirchen" entstanden ist.
Das hat auch nichts mit der angeblichen Urgroßmutter von Jochen zu tun, die Kirsten Dingens hieß, auch wenn das seine ach-so-tolle Mutter immer und immer wieder behauptet, egal wie oft man es ihr erklärt. Aber deine Mutter konnte mich eh noch nie leiden, Jochen!
Jedenfalls gibt es in Dingelskirchen mittlerweile nicht nur Wacholderbeeren, sondern auch echte Kirschen. Aus unseren Wacholderbeeren wird von der staatlichen Alkoholbrennerei DOPE in Schalusenbach der beliebte "Tony's Gin" hergestellt.
Tourismus
Dingelskirchen gehört zu den am wenigsten besuchten Orten Pottylands*, da viele Leute oft nur an Dingelskirchen vorbeifahren, weil sie das Ortsschild nicht richtig lesen können.
Möglicherweise müsste der örtliche Schilderbeauftragte mal endlich ein neues Ortsschild bauen, so wie er es mir vor drei Jahren so großmütig versprochen hat, Jochen!
Dabei könnte sich die sandsteinfarbene Architektur von Dingelskirchen durchaus sehen lassen. Es sei denn, jemand schiebt seit Monaten die Fassadenreinigung mit dem Hochdruckreiniger vor sich her, weil er angeblich im Moment keine Zeit hat. Aber für Fußball und Fernsehen hat der Herr natürlich immer Zeit!
*Jaja, natürlich haben wir mehr Besucher als Amerika – "am wenigsten besucht" bedeutet nicht "gar nicht" besucht, Jochen. Das ändert aber nichts daran, dass das beste (und einzige) Hotel in Dingelskirchen nie ausgebucht ist – und das, obwohl Inhaberin Julia extra eine weitere Etage oben hat draufsetzen lassen.Und sonst?
Samstag ist Badetag – das gilt auch für dich, Jochen!*
*Ich möchte betonen, dass aufgrund des Grundwasserspiegels Wasser gespart werden muss. Unter der Woche wird nur geduscht. Man muss es ja nicht übertreiben. Bloß weil man EINMAL an einem Dienstag gebadet hat! - JStatistik & Co.
| Einwohner | 4.567 |
| Bürgermeister:in | J. Dingels |
| Stellvertreter:in | J. Dingels geb. Dingens |
| Vorwahl | 0456777 |
| PLZ | DG-4567 |
| Export | Dinge (z. B. Wacholderbeeren, Kirschen, Häkelkleidung) |
| Kirchen | 2 |
| Kirschen | 2+ |
| Jochen | 3+ (voll befriedigend) |
| Auch wichtig | Tetanusimpfung auffrischen |
| Motto | "haben wir nicht" ‐ weil jemand *hust* Jochen *hust* nur ganz dämliche Vorschläge gemacht hat und die Deadline dann abgelaufen ist. |
Die Dingels traten bei der letzten Bürgermeisterwahl gegeneinander an. Jule stand für kreatives Chaos – Jochen stand für … Jochen? Ratet mal, wer gewonnen hat. Kleiner Tipp: Es war nicht Jochen*.
*Beide standen als "J. Dingels" auf dem Wahlzettel. Das ist aber nicht der Grund, warum du verloren hast, Jochen!
Auf fünf Stockwerken (ohne Aufzug) befinden sich insgesamt vier Zimmer und eine Suite, die nur selten ausgebucht sind. Dabei bietet das Hotel, neben der wöchentlichen Zimmerreinigung, allerlei Annehmlichkeiten, wie:
- kostenloses Wi-Fi gegen Gebühr
- Wäscheservice gegen Gebühr
- Warmes Wasser nur samstags – gegen Gebühr
- Parken frei – wenn Sie einen freien Parkplatz finden
- Kühlschrankinspektion 1x im Jahr
Jedes Mal, wenn es ihr zuhause zu bunt wird, setzt sich Bürgermeister:innentochter Jana Dingels mit ihren Noise-Cancelling-Kopfhörern nach draußen auf die Treppe und zeichnet Dinge(ls).
Trivia
Weil die Beschilderung am Rathaus vor dem Wahltag erstellt wurde, ist auf der Plakette an der Rathausmauer lediglich "Bürgermeister:in J. Dingels" eingraviert. Der Graveur hatte nämlich nur noch Termine vor der Wahl zur Auswahl und ist direkt nach getaner Arbeit in den Urlaub gefahren.
Das passiert halt, wenn man sich erst auf dem letzten Drücker um den Auftrag für eine neue Plakette bemüht und dann den erstbesten Stümper anruft und auf das erste Terminangebot vor der Wahl eingeht, anstatt sich rechtzeitig um einen guten Graveur zu bemühen, der auch nach der Wahl Zeit hat – nicht wahr, Jochen?